Aus der Praxis: So gestalten andere Gesundheitssysteme den digitalen Wandel – Skype-Interviews im Überblick

Wie gelingt die Digitalisierung im Gesundheitswesen? Was sind Erfolgsfaktoren, welche Hürden sind zu überwinden? Im Rahmen unserer Studie #SmartHealthSystems haben wir in einer Reihe von Skype-Interviews mit internationalen Experten über ihre Erfahrungen gesprochen. Die Experten berichten anschaulich aus der Praxis und liefern vielfältige Einblicke zu Aspekten, die in Deutschland aktuell diskutiert werden. In diesem Beitrag: die Interviews im Überblick.


Dänemark: Ein nationales Portal als Anlaufstelle für Bürger

Im Interview berichtet Jakob Uffelmann, Director of Innovation bei sundhed.dk, worauf der Erfolg des dänischen Portals sundhed.dk beruht, wie der Datenschutz sichergestellt wird und wie neue Angebote für Bürger und Patienten aussehen.

Wir haben das Interview am 07. Juni 2018 per Skype geführt und aufgezeichnet.

 

Niederlande: Patienten als Partner im Behandlungsprozess

In den Niederlanden können die Bürger per Opt-In dem elektronischen Austausch ihrer Gesundheitsdaten zustimmen – die E-Health-Infrastruktur ist vergleichsweise weit ausgebaut. Wie das niederländische System funktioniert und welche Erfahrungen das Land gemacht hat, berichtet die Leiterin des E-Health-Kompetenzzentrums NICTIZ, Dr. Lies van Gennip, im Skype-Interview. Sie betont unter anderem den Anspruch, den Patienten ins Zentrum des Systems zu stellen und prognostiziert einen Wandel der Versorgungsrealität hin zu mehr Online-Kontakten und dem eigenen Zuhause als Dreh- und Angelpunkt der Gesundheitsversorgung.

Wir haben das Interview am 07. Juni 2018 per Skype geführt und aufgezeichnet.

 

Schweiz: Elektronische Patientenakten müssen mehr sein als eine schlecht bedienbare Bibliothek

Die Schweiz führt derzeit das Elektronische Patientendossier (EPD) verpflichtend für den stationären Sektor ein. Für Patienten und den ambulanten Sektor ist die Nutzung freiwillig. Welche Verbesserungen das EPD für Patienten und Ärzte bringen kann, berichtet die Departement-Verantwortliche für Digitalisierung / eHealth beim Schweizer Ärzteverband FMH (Foederatio Medicorum Helveticorum), Dr. med. Yvonne Gilli im Skype-Interview. Sie betont, dass die Digitalisierung zwar ein zeitgemäßes Mittel zur Qualitätssteigerung sei, aber auch „keine Fee, die einfach gute Wünsche erfüllt“. Eine strukturierte Datenaufbereitung, Interoperabilität und eine neue Kommunikationskultur seien wichtig, damit das EPD mehr wird als eine „schlecht bedienbare Bibliothek“.

Wir haben das Interview am 26. Juni 2018 per Skype geführt und aufgezeichnet.

 

Estland: Der digitale Wandel im Gesundheitswesen braucht klare Entscheidungsstrukturen und das Vertrauen der Bürger

Dr. Madis Tiik, Hausarzt und Digital-Health-Experte, berichtet im Skype-Interview, dass sowohl das E-Rezept als auch die elektronische Patientenakte seit gut zehn Jahren in Estland gesetzlich verpflichtend genutzt werden. Zudem kann jeder Bürger seine persönlichen Gesundheitsdaten über das nationale Gesundheitsinformationsportal einsehen, sich über Krankheiten informieren oder Arzttermine online buchen. Der ehemalige CEO der Estonian eHealth Foundation betont, wie wichtig klare Zuständigkeiten und eine spezifische Organisation für die Umsetzung von Digital-Health-Prozessen sind. Im Kern seien das Vertrauen der Bürger durch größtmögliche Transparenz und eine sichere nationale Infrastruktur entscheidend für Estlands Erfolg.

Wir haben das Interview am 18. Februar 2019 per Skype geführt und aufgezeichnet.

Download: Transkript des Interviews mit Madis Tiik (PDF)

 

Kanada: Akzeptanzförderung als strategische Aufgabe

 Im Interview berichtet Dr. Jennifer Zelmer, Präsidentin und CEO der „Canadian Foundation for Healthcare Improvement“, dass neue E-Health-Dienste dann erfolgreich sind, wenn sie auf die Bedürfnisse von Bürgern und medizinischem Fachpersonal eingehen und als echte Hilfestellung im klinischen Alltag wahrgenommen werden. In Kanada wurde die Akzeptanz für neue Technologien durch gezielte Einbindung der Anwender und verschiedene Kampagnen systematisch gefördert. Für Zelmer ist das daraus resultierende Engagement von Bürgern und Medizinern ein entscheidender Erfolgsfaktor im kanadischen Digitalisierungsprozess.

Wir haben das Interview am 19. März 2019 per Skype geführt und aufgezeichnet.

Download: Transkript des Interviews mit Jennifer Zelmer (PDF)

 


Die vollständigen Ergebnisse unserer internationalen Vergleichsstudie finden Sie unter smarthealthsystems.de


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