Algorithmen

„Wir müssen darüber diskutieren, was wir von einem digitalisierten Gesundheitssystem erwarten“ – Christiane Woopen im Interview

In welchen Bereichen der Gesundheitsversorgung werden Algorithmen eingesetzt – heute und in Zukunft? Wie können sie die Medizin verbessern? Und welche neuen Herausforderungen entstehen durch ihren Einsatz? Das Forschungsinstitut ceres der Universität zu Köln hat in unserem Auftrag eine Überblicksanalyse zu Algorithmen in der digitalen Gesundheitsversorgung erstellt. Im Interview erklärt die Studienleiterin Prof. Christiane Woopen, wo aus ihrer Sicht das größte disruptive Potenzial beim Einsatz von Algorithmen in der Versorgung liegt. Mit Blick auf die verschiedenen Chancen und Risiken fordert die Ethikerin, dass wir als Gesellschaft darüber diskutieren, welchen Preis wir für digitalen Fortschritt zahlen wollen, wie wir Vertrauen schaffen und Solidarität im Gesundheitswesen bewahren. Kurzum: Wie wollen wir die Digitalisierung im Gesundheitssystem gestalten?

Doctor and family member supporting dying senior man lying in bed at hospital.

Algorithmen für die Berechnung von Todesrisiken – ein Kommentar von Cinthia Briseño

„Der Einsatz und die Weiterentwicklung von algorithmischen Systemen in der Medizin sind kaum aufzuhalten – und machen auch vor dem Tod keinen Halt“ sagt Cinthia Briseño, Geschäftsführerin der Frisk Innovation GmbH und Mitglied in unserem Expertennetzwerk „30 unter 40“. Schon heute sind Systeme zur Berechnung von Sterbeprognosen im Einsatz. Was bedeutet das für Patienten, Ärzte und Pflegepersonal sowie die Gesellschaft insgesamt? Cinthia Briseño fasst zusammen, welche Lehren wir bisher ziehen können. Feststeht: Ein öffentlicher, gesellschaftlicher und vor allem aber auch ethischer Diskurs über die Voraussetzungen, unter denen derartige Algorithmen zum Einsatz kommen, ist unabdingbar.