Big Data: From Chip to Bedside durch konkrete Versorgungsziele

Das Thema „Big Data in der Medizin“ springt uns seit einiger Zeit aus diversen Medien entgegen. Irgendwo zwischen Hoffnung und überschätztem Hype wird das Thema sehr theoretisch diskutiert. Wenngleich im breiten Versorgungsalltag bisher keine sichtbaren Anwendungen angekommen sind, übt das Thema natürlich eine ungeheure Faszination auf mich aus – als Arzt – und – qua Amt – auch in meiner Rolle als Vorsitzender des Ausschusses Telematik der Bundesärztekammer.

Digital-Health-Veranstaltungen in 2016: Viel Optimismus, selten konkrete Lösungen

Wer sich für digitale Gesundheit interessiert, kann regelmäßig in der ganzen Republik entsprechende Veranstaltungen besuchen. Doch wer spricht dort über welche Themen – und welche Grundhaltung wird von den Referenten vertreten? Wir haben für unseren Blog über 120 Digital-Health-Events des vergangenen Jahres unter die Lupe genommen und festgestellt: Die Vortragenden blicken insgesamt chancenorientiert in die Zukunft der digitalen Gesundheit. Konkrete Konzepte und Ansätze zur Implementierung werden jedoch noch selten aufgezeigt.

Big Data bereitet den Weg von einer Interventions- zur Präventivmedizin

Es ist der Beginn einer technologischen Revolution im Bereich des Gesundheitswesens: Die Verbreitung von mobilen Gesundheits-Apps, Sensoren, die Lebensstil und Vitalparameter überwachen, sowie die Popularisierung von telemedizinischen Geräten machen es möglich, die elektronischen Patientenakten mit Daten zu füllen. In den scheinbar chaotischen Digitalsammlungen sind Zusammenhänge und Kenntnisse verborgen, welche zur besseren Diagnostizierung, zu klinischen Untersuchungen, zur Vorbeugung und Individualisierung der Patientenbetreuung genutzt werden können. Big Data wird einer der größten Meilensteine in der Medizin sein.

Digital Health: Nutzerorientierung als Leitgedanke technologischer Innovation im Gesundheitswesen

Die zunehmende Zahl an Digital-Health-Anwendungen für Bürger wirft viele Fragen auf: Wie lassen sich Anwendungen mit hohem Nutzenpotenzial identifizieren? Wie gelangen diese Anwendungen rasch in den Versorgungsalltag, um dort Nutzen zu stiften? In unserem Projekt „Der digitale Patient“ befassen wir uns im Rahmen einer mehrstufigen Analyse aktuell mit genau diesem Thema. Doch bereits vor der Nutzenbewertung und Verbreitung müssen die Weichen für solche Anwendungen richtig gestellt werden. Warum Nutzerorientierung dabei eine wesentliche Rolle spielt, leitet Gesundheitswissenschaftler und „30 unter 40“-Mitglied Dr. Christoph Dockweiler in diesem Gastbeitrag her.

Wir brauchen mehr Transparenz: Woher kommt das Big-Data-Rohmaterial?

„Daten sind das neue Gold“ – das ist eine Weisheit, die man sich auf Konferenzen immer mal wieder zuraunt. Es gibt aber einen ziemlich großen Unterschied: Anders als Gold vermehren sich die Daten permanent. So haben wir in den letzten zwei Jahren mehr Daten produziert als in der gesamten Menschheitsgeschichte davor. Vieles passiert bewusst (zum Beispiel senden die Benutzer von Facebook und WhatsApp 41,6 Millionen Nachrichten pro Minute), vieles aber auch unbewusst: Wissen Sie auf Anhieb, welchen Smartphone-Apps sie den Zugriff auf ihren Standort erlaubt haben?

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK): Kommunikation Richtung Bürger als strategische Aufgabe mitdenken und umsetzen

Mehrmals verschoben, doch zum Jahresende 2016 ging es los: Ende November ist Teil 1 der „Pilotphase eGK“ gestartet. In der Testregion „Nordwest“ wird die elektronische Gesundheitskarte in den kommenden Monaten im Echtbetrieb getestet. In Bayern und Sachsen (Testregion „Südost“) sollen die Praxistests in diesen Wochen beginnen. Entscheidend für den Erfolg des Projekts elektronische Gesundheitskarte ist […]

Smart Medicine: Im Zeitalter von Big Data mehr als eine Vision

Endlich ist die zunehmende Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens auch in den Köpfen der Gesellschaft und der Politik angekommen. Längst überfällig sind Debatten, wie man die sprichwörtliche Datenexplosion für wissenschaftliche Zwecke zum Wohle des Patienten am besten nutzen kann. Big Data ist in aller Munde, von Zusammenführung und Auswertung riesiger Mengen an Patientendaten ist die Rede. Der Traum einer vollendeten personalisierten Medizin, in der die passende Therapie für jeden einzelnen Patienten angewendet wird, rückt augenscheinlich immer näher.

Neue Studie: Fehlende Gesundheitskompetenz führt zu Digital Divide – Prof. Michael Mackert im Interview

„Der digitale Patient“ beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, wie Gesundheitskompetenz im digitalen Zeitalter gefördert werden kann. Dazu haben wir Prof. Michael Mackert von der University of Texas befragt. Er hat kürzlich mit seinen Kollegen untersucht, wie sich eine niedrige Gesundheitskompetenz (Health Literacy) von Bürgern auf die Nutzung digitaler Gesundheitsinformationen auswirkt. Das Ergebnis: Patienten […]

Smart Medicine: Digitale Entscheidungshilfe oder automatisierte Medizin?

Digitale Entscheidungshilfen gehören in Arztpraxen und Krankenhäusern bereits zum Alltag: Die Uniklinik Frankfurt hat beispielsweise Leitlinien in das Klinikinformationssystem integriert, und die Risikoprognose-Software arriba leitet den Hausarzt bei partizipativer Entscheidungsfindung an. Neue Computersysteme und Big Data versprechen jedoch noch mehr: IBM hat beispielsweise vor, den neuen Supercomputer Watson zum „kognitiven Assistenten“ aller Gesundheitsdienstleister zu machen – und zwar weltweit. Mit Zugriff auf riesige Mengen an Patientenakten, Fachartikeln, Protokollen usw. schlägt Watson Health innerhalb von Sekunden evidenzbasierte Diagnosen und Therapien vor, die nach statistischer Konfidenz gewichtet sind.

Big Data: Kein Datenschutz, kein Vertrauen, weniger Gesundheit

Die Datenbetrunkenheit hat die Medizin erreicht: Mit Big Data wollen viele Wirtschaftsvertreter und Technikfetischisten die Gesundheit der Bevölkerung steigern. Und mit Gesundheits-Apps und Fitness-Trackern meint mancher Mensch, sich und seine Gesundheit zu optimieren. Zweifellos lassen sich mit den im Gesundheitssystem erfassten Patientendaten neue Erkenntnisse über Krankheiten, deren Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten, gewinnen. Doch darf dabei keine Goldgräberstimmung ausbrechen, wie wir sie von US-amerikanischen, im Internet aktiven Konzernen kennen, die jetzt unkontrolliert Gesundheitsdaten schürfen wollen.