Handlungsempfehlung #6

Institute für digitale Medizin in Kliniken integrieren – Digital Health erlebbar machen

Nur 13 Prozent der Ärzte in Deutschland glauben, dass eHealth einen positiven Einfluss auf ihren Arbeitsalltag hat. Ein Großteil (67%) sieht Probleme in der praktischen Umsetzung, „die bei digitalen Anwendungen häufig noch nicht ausgereift sei“.

Um diese Vorbehalte abzubauen, müssen Ärzte den praktischen Nutzen und die Vorteile digitaler Möglichkeiten für ihren Alltag direkt erfahren können. Technologische Entwicklungen müssen anfassbar werden: Es sollten „Institute für digitale Medizin“ aufgebaut werden, die direkt in den Klinikalltag integriert werden. Verschiedene Start-ups sollen dort in einem offenen, einfach zugänglichen Setting Anwendungen entwickeln und testen können. Im direkten Kontakt mit den Start-ups sollen Ärzte mehr über digitale Neuheiten erfahren und sie auch direkt auf ihren Nutzen prüfen können. Auch die Möglichkeit, bereits im Studium digitale Anwendungen mitzuentwickeln, sollte nicht fehlen.

Als Vorbild für dieses Konzept kann das Harvard Innovation Lab dienen. Dort können Mitglieder der Universität an innovativen, unternehmerischen Projekten arbeiten, ihre Ideen ausprobieren und in Prototypen umsetzen. Besonders am Innovation Lab ist, dass neben Studenten auch Mitarbeiter der Universität in die Projekte involviert sind. Das Lab bietet ein Inkubator-Programm mit Mentoren aus dem Havard-Netzwerk, Workshops und eine Community, die die Teilnehmer in der Entwicklung von Ideen unterstützt. Im Launch-Programm können die Entwickler dann an Prototypen arbeiten.

Dieser Ansatz ließe sich auch auf Kliniken übertragen. Ärzte könnten gemeinsam mit den Entwicklern an Workshops teilnehmen, sich mit Experten über digitale Technologien austauschen und Prototypen im Klinikalltag testen. Auf diese Weise bieten Institute für digitale Medizin, die direkt in Kliniken integriert sind, eine Möglichkeit, Vorbehalte von Ärzten gegenüber dem Einsatz von eHealth-Anwendungen abzubauen.


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Erklärung

Das Expertennetzwerk „30 unter 40“ begleitet das Projekt „Der digitale Patient“ der Bertelsmann Stiftung. Diese Handlungsempfehlung basiert auf der Idee eines oder mehrerer Experten des Netzwerks. Der Inhalt der Handlungsempfehlung entspricht nicht zwangsläufig der Meinung jedes einzelnen Netzwerk-Experten oder der Bertelsmann Stiftung.

zuletzt aktualisiert am 19.06.2017



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