Handlungsempfehlung #10

Signatur von der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) entkoppeln – einfache und mobile Nutzung via Smartphone ermöglichen

Mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) können sich Versicherte authentifizieren und – künftig – Transaktionen von Daten genehmigen. Allerdings ist die Signatur an eine Plastikkarte gekoppelt. Momentan gibt es, laut dem Prüfbericht der gematik, keine eGK mit kontaktloser Schnittstelle, unter anderem weil es dafür noch keinen zugelassenen Kartenleser und damit auch keine Anwendungsszenarien gibt. Patienten müssten also erst ein Lesegerät anschaffen, um sie unabhängig vom Einsatz bei einem Arzt oder in der Klinik zu nutzen. Es gibt unkompliziertere Wege: Smartphone, Tablets und andere mobile Endgeräte, die jeder im Alltag bei sich trägt und nutzt.

Deshalb sollte der Signatur-Schlüssel auf der elektronischen Gesundheitskarte so weiterentwickelt werden, dass er unabhängig von der Karte nutzbar ist, zum Beispiel auf den mobilen Geräten der Bürger. Es existieren bereits verlässliche Mechanismen zur Authentifizierung, die nicht an bestimmte Medien gebunden sind. Bei der Installation einer App, oder dem Aktivieren eines Online-Accounts, würde nach initialer Authentifizierung die digitale Signatur der eGK hinterlegt werden. Somit koppelt man die digitale Anwendung mit der Karte. Jede Transaktion (zum Beispiel Übermittlung eines Datensatzes, Autorisierung in einer Arztpraxis, Video-Sprechstunde) könnte so aus jeder Anwendung heraus signiert erfolgen.

Wenn Patienten sich schnell und einfach über ihr Smartphone authentifizieren und so beispielsweise Transaktionen autorisieren könnten, würde das viele Möglichkeiten für die digitale Medizin schaffen: Patienten könnten etwa ohne große Barrieren ihre Daten aus übergreifenden elektronischen Patientenakten einsehen und verwalten. Sie könnten sich mobil in Gesundheitseinrichtungen authentifizieren und den Zugriff auf ihre Daten genehmigen – zum Beispiel auf die Daten welcher Apps eine Anwendung oder ein Arzt zugreifen darf.


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Erklärung

Das Expertennetzwerk „30 unter 40“ begleitet das Projekt „Der digitale Patient“ der Bertelsmann Stiftung. Diese Handlungsempfehlung basiert auf der Idee eines oder mehrerer Experten des Netzwerks. Der Inhalt der Handlungsempfehlung entspricht nicht zwangsläufig der Meinung jedes einzelnen Netzwerk-Experten oder der Bertelsmann Stiftung.

zuletzt aktualisiert am 19.06.2017



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