Recommended action #7

Strengthen information literacy – empower physicians to recommend good online health information

Immer mehr Menschen nutzen das Internet, um Informationen zu Gesundheitsthemen zu suchen. Etwas mehr als der Hälfte der Deutschen fällt es jedoch schwer, Gesundheitsinformationen zu verstehen. Das trifft auch auf Online-Informationen zu, bei denen Qualität und Herkunft der Angebote für den Betrachter oft schwer einzuordnen sind. Patienten wünschen sich deshalb, dass Ärzte verlässliche Informationsquellen im Internet empfehlen. Ärzte hingegen stehen der Selbstinformation von Patienten zwiegespalten gegenüber: 54 Prozent der Ärzte sehen in ihr positive und negative Aspekte, 30 Prozent ermutigen die Patienten zur Informationssuche und 22 Prozent wiederum raten Patienten gleich ganz davon ab. Letztere finden, die Selbstinformation verwirre die Patienten, erschwere Gespräche und koste Zeit.

Gerade diese negativ wahrgenommenen Aspekte der Selbstinformation könnten Ärzte allerdings abfedern, wenn sie ihren Patienten verlässliche Gesundheitsinformationen empfehlen und sie bei der Suche und Einschätzung von Online-Quellen unterstützen. Viele Ärzte kennen sich aber mit mit dem Online-Informationsmarkt für Patienten nicht aus. Nur 7 Prozent geben an, dass sie sich sehr gut auskennen.

Ärzte sollten sich damit auseinandersetzen, wo es im Internet verlässliche Informationen gibt und ihren Patienten entsprechende Empfehlungen geben. Dazu sollten im Rahmen der ärztlichen Fortbildungspflicht reichweitenstarke (Online-)Veranstaltungen etabliert werden, die einen Marktüberblick sowie Hinweise auf gute und verlässliche Online-Gesundheitsinformationsquellen vermitteln.

Denn auch wenn noch einige Ärzte Selbstinformation kritisch sehen, ist es wichtig, dass Patienten sich selbst mit Gesundheitsthemen auseinandersetzen. Denn das versetzt sie in die Lage, sich besser an Gesundheitsentscheidungen zu beteiligen und es stärkt ihre Compliance.


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Erklärung

Das Expertennetzwerk „30 unter 40“ begleitet das Projekt „Der digitale Patient“ der Bertelsmann Stiftung. Diese Handlungsempfehlung basiert auf der Idee eines oder mehrerer Experten des Netzwerks. Der Inhalt der Handlungsempfehlung entspricht nicht zwangsläufig der Meinung jedes einzelnen Netzwerk-Experten oder der Bertelsmann Stiftung.

zuletzt aktualisiert am 19.06.2017



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